Schüler fahren zum Klimastreik nach Berlin

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Schüler fahren zum Klimastreik nach Berlin

„Hop, Hop, Hop, Kohlestopp!“- „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“- über zehntausend streikende Schüler aus ganz Deutschland versammelten sich am 25.01. in Berlin, um gemeinsam für den Kohleausstieg und gegen die Klimapolitik Deutschlands zu demonstrieren. Während die Kohlekommission im Bundeswirtschaftsministerium tagte, forderten die Jugendlichen Sofortmaßnahmen gegen den Klimawandel. Mit dabei waren ebenfalls Schülerinnen und Schüler aus Hagen und Umgebung, die sich mit ihrem Engagement für die Zukunft ihrer Generation einsetzen wollen. Nachdem eine Woche durchgängig organisiert wurde, war es am frühen Freitagmorgen endlich so weit: für 80 junge Menschen aus mehreren Städten NRWs ging es zum Klimastreik der weltweiten Bewegung „Fridays For Future“ nach Berlin. Um möglichst vielen jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu geben sich für eine zukunftsfähige Klimapolitik einzusetzen, wurde im Voraus eine Reisebusroute durch mehrere Städte des Rheinlands und Ruhrgebiets geplant. Um die CO2-Emissionen von der Busfahrt auszugleichen und klimaneutral zu reisen, einigte man sich im Vorfeld darauf Geld für Bäume zu spenden. Nachdem der Bus bereits in Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund gehalten hatte, steuerte er um 2 Uhr nachts auf den Parkplatz am Heubing Bahnhof in Hagen-Haspe. 36 Jugendliche und junge Erwachsene aus Hagen und Umgebung, darunter größtenteils Schülerinnen und Schüler des Christian-Rohlfs-Gymnasiums, aber auch des Cuno-Berufskollegs, der Gesamtschule Haspe, der Hildegardis-Schule und der Rudolf Steiner Schule, warteten bereits mit selbst gestalteten Plakaten.  

Bis auf den letzten Platz ausgebucht ging es nun direkt nach Berlin! Nach neunstündiger Fahrt wähnte man sich am Zielort. Jedoch wurde den Mitreisenden schnell bewusst, dass man sich nicht in der Ackerstraße an der Gedenkstätte der Berliner Mauer im ehemaligen Ost-Berlin befand, sondern 30 Kilometer weit entfernt in einer engen gleichnamigen Nebenstraße in Berlin-Spandau, im ehemaligen West-Berlin. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte und schließlich die richtige Adresse angefahren wurde, war die Vorfreude auf die Klimaschutzdemo nicht mehr aufzuhalten!

Pünktlich um 12 Uhr wurde die Veranstaltung auf dem Platz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (kurz BMWi) vor zahlreichen Jugendlichen mit einer erfreulichen Nachricht eröffnet: Die Streiks und Demonstrationen in den letzten Wochen haben Wirkung gezeigt und Vertreter aus ganz Deutschland hatten die Möglichkeit, auf Einladung vom Wirtschaftsminister Peter Altmeier, die Anliegen der Jugendlichen bei der Tagung der Braunkohlekommission vorzutragen. Unter den VertreterInnen war auch die 22-jährige Luisa Neubauer, die im Dezember 2018 die Bewegung Fridays For Future nach Deutschland holte, und als Hauptorganisatorin des Streiks mehrere Kundgebungen gab: „ Wenn wir heute nicht handeln, ist es morgen zu spät!“ Neben Jugendlichen aus dem ganzen Land, trug ebenfalls Kevin Kühnert als Bundesvorsitzender der jungen Sozialdemokraten seine Ansichten vor. 

Nach einer Stunde startete der Demonstrationszug, dem sich über 10.000 junge Menschen anschlossen. Unter dem Motto „1, 2, 3, 4, für das Klima laufen wir!“ führte der Zug an der Charité vorbei bis zum Bundeskanzleramt. Durch Rufe und zahlreiche Plakate machten sie ihre Forderungen deutlich: die Unverhandelbarkeit der Klimaziele. Vor dem Kanzleramt erfolgte eine Zwischenkundgebung der Bundessprecherin der Grünen Jugend, Ricarda Lang. Auf eigene Initiative trat Regisseur, Produzent und Schauspieler Michael „Bully“ Herbig, der vor die Schülermenge, um sich für seine Generation zu entschuldigen und die Jugendbewegung zu bestärken:„ Ihr habt alle eine Stimme, und die kann was bewegen!“ Zuspruch kam auch von etablierten Organisationen wie der BUND-Jugend und Greenpeace, deren Vertreter ihre Unterstützung zusicherten.

Nach der Rückkehr zum Bundeswirtschaftsministerium machten die abschließenden Worte von Luisa Neubauer deutlich, dass es mit dem Abschlussbericht der Kohlekommission nicht zu Ende ist: „Zieht euch warm an, wir fangen gerade erst an“. Bereits nächste Woche sind im ganzen Land Klimastreiks geplant, um die Botschaft der jungen Generation weiter zu verbreiten und die geforderten Veränderungen durchzusetzen. In mehr als 100 Städten sind Ortsgruppen entstanden, die sich regelmäßig treffen, um Streiks und Aktionen zu planen und somit Präsenz zu zeigen. Es ist unglaublich zu sehen wie viele Jugendliche sich für den Klimaschutz und ihre Zukunft engagieren. Auch wenn man glaubt, dass man alleine kämpfen muss: es gibt immer eine Gruppe von Menschen, die das gleiche Ziel verfolgen und es braucht nur etwas Mut sich für seine Überzeugungen einzusetzen! Auch in Hagen ist die Bewegung nun angekommen und in naher Zukunft wird eine Ortsgruppe entstehen, bei deren Projekten sich alle Interessierten einbringen können. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Internetseite der Jugendbewegung „Fridays For Future“.

von Janne Rosenbaum

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